|
Besuch vom 07. bis 10. Mai 2010
Begeisternder Empfang im Waisenhaus dane in Klaipeda / Litauen
"Wenn es die Hilfe aus Dorsten nicht gegeben hätte, wäre uns manches Mal der Mut ausgegangen, weiter zu machen", so die Direktorin Ramute Girnkiene beim Besuch von Hans Delsing und Norbert Holz im Patenschaftswaisenhaus "dane" im litauischen Klaipeda, das seit nunmehr fast 10 Jahre von der Dorstener Initiative gefördert wird. Neben der finanziellen Hilfe und den Sachleistungen seien vor allem der persönliche Kontakt und so mancher Rat hilfreich gewesen. Die Direktorin bat ausdrücklich, den Kindern und Familien in Dorsten zu danken, die den Kindern im Waisenhaus mit wertvollen Weihnachtspäckchen eine große Freude bereitet haben. "Wenn der Inhalt mal nicht passt, dann wird untereinander getauscht", so Ramute Girnkiene.
54 Kinder leben derzeit in sog. "Familien" im Waisenhaus. Sie sind zwischen fünf und 18 Jahre alt und stammen aus nicht intakten Familien. "Jedes Kind - wenn es ins Waisenhaus kommt - hat bereits eine eigene Geschichte. Vielfach gebe es psychische Störungen und Verhaltensauffälligkeiten", so die Direktorin. "Alkohl- und Drogenprobleme der Eltern seien die Hauptursache".
Die Zahl der Kinder im Waisenhaus ist rückläufig. Grund hierfür ist der Versuch des Staates, die Kindern in den Familien zu belassen und dort mit geeigneten Kräften zu betreuen. Da nun eine ganze Etage des Waisenhauses leer steht, gibt es Überlegungen, hier behinderte Menschen unterzubringen. Dies erfordert aber erneute Umbauarbeiten, da beispielsweise ein Fahrstuhl eingebaut werden müßte.
Die Kinder des Waisenhauses bereiteten den Gästen aus Dorsten einen begeisternden Empfang. Eigens für den Besuch hatten sich 10 Teams etwas einfallen lassen und zu einem bunten Programm zusammengestellt. Norbert Holz dankte für den tollen Empfang und versprach weitere Unterstützung aus Dorsten. Der Waisenhausleiterin übergab er eine Spende in Höhe von 2.000 €.
"Wir sind immer wieder beeindruckt von dem, was im Waisenhaus geleistet wird", so das Fazit von Hans Delsing und Norbert Holz nach Abschluss ihres Besuchs in Litauen. "Die Kinder seien dort gut aufgehoben und die Tatsache, dass viele von ihnen, wenn sie das Waisenhaus mit 18 Jahren verlassen müssen, am Anfang fast täglich wieder dorthin kommen um so Kontakt zu halten, spreche für sich."
|

|
| Eine Spende in Höhe von 1000 € übergab der Vorsitzende Norbert Holz an die Direktorin des Waisenhauses „dane“ in Klaipeda. |
Die Mr. Trucker Soforthilfe engagiert sich seit nunmehr 1990 für Waisenkinder in Litauen. Angefangen hat die Hilfsmaßnahme mit Hilfstransporten zum Waisenhaus in Viesvile. Die Situation war nach dem Umbruch im Ostblock sehr schwierig. Die Kinder schliefen auf dem Fußboden, die Versorgung mit Nahrungsmitteln und Medikamenten war katastrophal. Überall herrschte Mangel und Not.
Damals sagten sich Trucker unter Federführung von Spediteur Hans Delsing „wir wollen helfen“ und organisierten Sach- sowie Geldspenden. Doch dabei blieb es nicht, eine Mannschaft von Handwerkern fuhr mit dem Bus ins litauische Viesvile, um vor Ort mitzuhelfen, den Kindern ein menschenwürdiges Zuhause zu schaffen. Ob Heizkraftwerk oder Großküche, Fliesen, Sanitäreinrichtungen oder Lampen, Medikamente oder Lebensmittel, alles wurde für das Waisenhaus beschafft. Mehr als 400.000 € Geld- und Sachspenden sowie Arbeitsleistungen flossen bis 2002 nach Viesvile. Die mehr als 80 Kinder im dortigen Waisenhaus verfügen seitdem über ein ansprechendes Zuhause. Das Projekt „Waisenhaus Viesvile“ wurde erfolgreich abgeschlossen. Aber es geht weiter!

Seit acht Jahren wird das Waisenhaus „dane“ im litauischen Klaipeda von der Mr. Trucker Soforthilfe aus Dorsten unterstützt. Mehr als 100.000 € wurden in Form von Geldspenden und Sachleistungen erbracht. Nachdem durch den Beitritt Litauens zur EU auch staatliche Mittel für die Sanierung des Waisenhauses fließen, konnten die Umbaumaßnahmen nun nahezu abgeschlossen werden. Dank der Hilfe aus Dorsten wurden z. B. kleine Wohnküchen in den sieben Wohngruppen angeschafft, aus einer maroden Halle entstand eine Sporthalle, die Aula wurde mit Mitteln aus Dorsten renoviert, und in der Fertigstellung befindet sich eine Nähstube, für die ebenfalls Geld zur Verfügung gestellt wurde. Jährlich erreichen das Waisenhaus zu Weihnachten rd. 200 Päckchen für die Kinder, gestiftet von Schülerinnen und Schülern der Geschwister Scholl-Schule, der Albert Schweitzer Schule sowie von Dorstener Bürgerinnen und Bürgern.

Die Mr. Trucker Soforthilfe wird den Kontakt zum Waisenhaus auch weiterhin pflegen.
Weitere Fotos von den Besuchen in Litauen finden Sie in der Galerie.
|